Grundbegriffe im Human Design

Aktualisiert: 17. Mai

Als ich das erste Mal mit Human Design in Berührung gekommen bin, konnte ich gefühlt rein gar nichts damit anfangen. Vielmehr haben mich all die Informationen, Begriffe und mein Chart komplett überfordert. Vielleicht kannst du mit mir fühlen und befindest dich gerade an eben diesem Punkt.


Falls ja, ist dieser Blogartikel der perfekte Einstieg für dich. Gemeinsam beleuchten wir die Grundbegriffe im Human Design und schauen, welche Informationen für den Einstieg am wichtigsten sind. Denn dein persönliches Human Design Experiment soll vor allem eins: Spaß machen und mit Leichtigkeit in dein Leben integriert werden.


Du allein entscheidest, welche Informationen dir wichtig sind und womit du in den Prozess gehen möchtest. Für mich persönlich ist Human Design ein wundervolles Tool, um sich selbst und andere besser zu verstehen und Einmaligkeit wirklich zu greifen. Gleichzeitig muss uns immer bewusst sein: Wir sind so viel mehr als unser Human Design. Denn Erfahrungen und Begegnungen prägen uns. So, nun lass uns aber ganz zu Beginn starten und uns erst einmal herausfinden, welche Daten du benötigst, um dein Human Design Chart zu ermitteln.



Die Ermittlung deines Charts


Für die Ermittlung deines persönlichen Charts benötigst du dein Geburtsdatum, deine Geburtszeit und deinen Geburtsort. All diese Daten gibst du in einen Chartrechner ein. Zum Beispiel auf der Seite "Sogehtfreiheit". Als Resultat erscheinen dein Bodygraph und viele Informationen. Die Wichtigsten für den Start werden wir nun Schritt für Schritt beleuchten.


Erster Berührungspunkt: Dein Typ


Dein Typ steht für die Energie, die du mitbringst und die du ausstrahlst. Deine sogenannte Aura. Diese nehmen auch deine Mitmenschen wahr. Im Human Design werden fünf Typen unterschieden. Jeder Typ folgt einer eigenen Strategie. Das ist die Art und Weise, wie er am besten mit dem Leben interagiert. Leben wir gegen diese Strategie sind wir wütend, verbittert oder alles fühlt sich schwer an. Das sogenannte "Nicht-Selbst" im Human Design oder einfach eine liebevolle Erinnerung, wann du noch einmal genauer hinsehen darfst.


Nachgehend findest du eine kurze, knackige Beschreibung der einzelnen Typen, samt ihrer Strategie und dem Nicht-Selbst. Tiefer kannst du in den jeweiligen Blogartikeln zu den einzelnen Typen eintauchen.


Manifestor (ca. 9 %):

Manifestoren stehen für Ideen und Visionen. Sie zeigen neue Wege auf und bringen dabei gerne den ersten Stein ins Rollen. Da Manifestoren auf ihr Umfeld oft unberechenbar wirken, ist ihre Strategie das Informieren. Zorn hingegen, ist die Erinnerung daran, noch einmal genauer hinzusehen, wo um Erlaubnis gefragt wurde, anstatt zu informieren.


Generator (ca. 37 %):

Generatoren sind kraftvolle Erschaffer. Sie verfügen über schier endlose Energie und sind hier, um Meister auf ihrem Gebiet zu werden. Voraussetzung für diese Power und Strahlkraft ist ein Erschaffen aus der Freude heraus. Dabei ist das eigene Bauchgefühl elementar. Die Strategie lautet deshalb "auf das Leben zu reagieren" und dem "Hell Yes" der Bauchstimme zu folgen. Frustration hingegen, ist die Erinnerung daran, dass noch einmal genauer hingesehen werden darf, wo ein JA ausgesprochen wurde, obwohl ein NEIN gemeint war.


Manifestierender Generator (ca. 33 %):

Der manifestierende Generator ist ein Mischtyp aus Manifestor und Generator, der grundsätzlich dem Generator zugeordnet wird. Somit sind sie ebenfalls kraftvolle Erschaffer, dabei aber unglaublich vielseitig und schnell. Es geht darum, der Freude zu folgen, verschiedene Dinge auszuprobieren, sie aber ggf. auch wieder gehen zu lassen. Auch hier lautet die Strategie grundsätzlich "auf das Leben zu reagieren" und dem "Hell Yes" der Bauchstimme zu folgen. Zusätzlich können Projekte aber auch angestoßen werden, dann gilt es die Mitmenschen zu informieren. Frustration und Zorn hingegen, sind die Erinnerungen daran, dass noch einmal genauer hingesehen werden darf, wo ein JA ausgesprochen wurde, obwohl ein NEIN gemeint war beziehungsweise, wo um Erlaubnis gefragt wurde, anstatt zu informieren.


Projektor (ca. 20 %):

Projektoren haben einen ganz besonderen Blick auf die Welt und sind daher perfekte Leader. Sie erkennen schnell Lösungen für Probleme oder das Potenzial ihrer Mitmenschen. Ihre Stärke und Weisheit liegt somit darin, die gewonnen Erkenntnisse mit den Mitmenschen zu teilen. Allerdings nur dann, wenn sie dazu eingeladen werden. Das ist die Strategie der Projektoren. Verbitterung ist wiederum die Erinnerung daran, dass noch einmal genauer hingesehen werden darf, wo Ratschläge oder Erkenntnisse ohne Einladung ausgesprochen wurden.


Reflektor (ca. 1 %):

Reflektoren sind ungemein feinfühlig und spiegeln ihre Umwelt. Sie haben einen außergewöhnlichen Blickwinkel auf die Welt und ihre Mitmenschen und dürfen sich erlauben, jeden Tag ihre zahlreichen Facetten zu leben. Das Umfeld, die Umgebung und Zeit alleine sind für Reflektoren besonders wichtig. Ihre Strategie lautet bei wichtigen Entscheidungen einen Mondzyklus vergehen zu lassen. Das Gefühl der Enttäuschung zeigt dir, dass du noch einmal genauer hinsehen und prüfen darfst, ob du dir genügend Zeit alleine schenkst und ob dir dein Umfeld und deine Umgebung guttun.



Die Autorität - deine Entscheidungsweisheit


Hör auf deinen Bauch. Schau, was deine Intuition dir sagt. Mach eine Pro- und Contra-Liste. Kennst du diese Vorschläge auch? Und wie triffst du nun wirklich die richtigen Entscheidungen? Hier kommt deine Autorität ins Spiel, die du ebenfalls deinem Chart entnehmen kannst. Nachfolgend beleuchten wir kurz die sieben verschiedenen Autoritäten. Eines kann ich dir aber vorab verraten: Verabschiede dich davon, Entscheidungen aus dem Verstand heraus zu treffen.


Emotionale Autorität:

Du durchlebst emotionale Wellen, darfst mit deiner Entscheidung in den Prozess gehen und mindestens eine Nacht darüber schlafen. Wie fühlt sich diese in einem Hoch und wie in einem Tief an? Sobald ein Gefühl der Klarheit eintritt, ist deine Entscheidung getroffen.


Sakrale Autorität:

Dein Bauchgefühl reagiert sofort. Spürst du ein Kribbeln im Bauch, Freude oder ein "Hell Yes", dann ist das für dich der Startschuss, um loszugehen und du hast scheinbar endlos Energie zur Verfügung. Zieht sich dein Bauch zusammen, ist es ein "Nein". Vertraue deiner Entscheidung im JETZT.


Milz Autorität:

Die Milz ist die schnellste Autorität, mit ihr triffst du Entscheidungen intuitiv. Sie kann sich körperlich, durch einen Geschmack, einen Geruch oder Gänsehaut bemerkbar machen, genauso wie durch ein gutes beziehungsweise ungutes Gefühl, das sich rational nicht erklären lässt.


Ego Autorität:

Mit der Ego-Autorität geht es darum, was dein Herz haben, beziehungsweise welchen Weg es einschlagen möchte. Gleichzeitig darfst du dich fragen, wo dein Wille mit an Bord ist. Fragestellungen, die dir helfen, können lauten:

  1. Möchte ich das?

  2. Fühle ich mich dadurch in meiner Kraft?

  3. Stimmt es mit meinen Werten überein?

Selbst Autorität:

Bei dieser Autorität geht es um die Lebensrichtung, die Identität und die Berufung. Du kannst dich Fragen: "In welche (Lebens-)Richtung möchte ich gehen? oder "Wird mich das glücklich machen?" Du darfst dir für deine Entscheidungen Zeit nehmen und deine Gedanken in Worte fassen. Achte dabei auf folgendes: Wie klingt meine Stimme? Ist sie gleichbleibend oder schwankt sie? Macht es Sinn, was ich erzähle und wie ist mein Gefühl dabei?


Mentale Autorität:

Mit einer mentalen Autorität bildet sich deine Meinung, indem du die Welt beobachtest. Nichtsdestotrotz geht es nicht darum, mit dem Verstand zu entscheiden, sondern zu prüfen, wie deine Sichtweise klingt, wenn du mit anderen Menschen darüber sprichst. Wichtig ist, dass dein Gegenüber dir zuhört, ohne selbst zu bewerten. Frage dich, wie du dich mit der Entscheidung fühlst und beobachte, wie deine Stimme klingt.


Lunare Autorität:

Reflektoren besitzen keine innere Autorität, da sie kein definiertes Zentrum haben. Bei ihnen dreht sich alles um den Mond. Deshalb sollten sie 28 Tag warten, bis sie eine wichtige Entscheidung treffen und währenddessen immer wieder alleine sein, um hineinzuspüren, wie sich die Frage über den Monat hinweg anfühlt. Wenn deine Entscheidung getroffen ist, durchfließt dich eine Energie der Klarheit, Überraschung und Freude.


Dein Profil


Während dein Typ die Energie beschreibt, die du mitbringst, zeigt dir dein Profil, wie du diese am liebsten lebst. Vergleichbar, mit deiner Lieblingskleidung. So fühlst du dich am wohlsten.


Dein Profil besteht aus zwei Zahlen, auch Linien genannt. Deine erste Linie kommt von deiner persönlichen, bewussten Seite. Mit ihr kannst du dich in der Regel gut identifizieren. Die zweite Linie repräsentiert deine unbewusste, körperliche Seite und wird vor allem von deinen Mitmenschen wahrgenommen.


Insgesamt gibt es sechs Linien (1 - 6) und 12 Profile, die sich in verschiedenen Kombinationen aus den sechs Linien zusammensetzen. Nachstehend gehe ich in ein paar Worten, auf die sechs Linien ein. Für die Profile wird es bald einen eigenen Blogartikel geben.


Linie 1 = Forscher | Lehrer

1er Linien möchten den Dingen auf den Grund gehen und ziehen sich beim Ansammeln von Wissen gerne zurück. Es geht darum, Sicherheit zu erlangen. Wichtig ist aber auch, irgendwann die eigene Komfortzone zu verlassen. Schließlich kann auch auf dem Weg selbst noch tiefer eingetaucht werden.


Linie 2 = zurückgezogenes Naturtalent

2er Linien bringen Gaben mit, von denen sie manchmal gar nicht wissen, woher sie stammen. Um diese Gaben zu erkennen, benötigt es den Blick von außen. In der Natur der 2er Linie liegt es außerdem, sich zurückzuziehen, um in Ruhe der Freude zu folgen. Sie dürfen sich pure Leichtigkeit erlauben.


Linie 3 = Abenteurer

3er Linien bringen eine Abenteurerenergie mit und lernen durch Erfahrungen, die sie in ihrem Leben machen. Mit Ratschlägen können sie in der Regel wenig anfangen, vielmehr geht es um das eigene Erleben. Dabei gibt es keine Fehler, sondern nur Erkenntnisse, aus denen man lernt. Die gewonnenen Erfahrungen können im Anschluss mit den Mitmenschen geteilt werden.


Linie 4 = Netzwerker

4er Linien wirken unheimlich freundlich und erwecken den Eindruck, dass sie mit jedem können. Am wohlsten fühlen sie sich aber in ihrem "Inner Circle". Dieser schenkt Sicherheit. 4er Linien dürfen darauf vertrauen, dass Neues durch ihr Netzwerk in ihr Leben tritt.


Linie 5 = Held

5er Linien kommen bei vielen Menschen gut an und haben kein Problem neue Kontakte zu knüpfen. Sie helfen gerne durch praktische Tipps und Ratschläge, wünschen sich dafür aber auch Lob und Anerkennung. Großer Einfluss und viele Kontakte sind die Folge. Auf Fremde wirken 5er Linien oft anziehend, gleichzeitig führt das dazu, dass schnell Dinge und | oder Erwartungen auf sie projiziert werden. Sie dürfen deshalb lernen klare Grenzen zu setzen und sich bewusst werden, wann bzw. wem sie wirklich helfen möchten.


Linie 6 = Der Held

6er Linien sind enge Bindungen sehr wichtig. Sie kommen bereits mit einer gewissen Weisheit auf diese Welt und dürfen durch einen dreiteiligen Lebensprozess gehen. Die ersten 30 Jahre wird vieles ausprobiert. Zwischen 28 - 30 Jahren kommt die Übergangsphase. Währenddessen finden 6er Linien mehr zu sich selbst und ihrem Weg. Die 2. Phase (ca. 35 - 50 Jahre) wird zur Selbstreflexion genutzt, während die dritte Phase die authentische und ehrliche Verkörperung des Rollenvorbilds darstellt.


Gelebtes Wissen


Damit bist du bereit für den Start. Nun geht es darum, mit den gewonnen Erkenntnissen in den Prozess zu gehen. Beobachte dich im Alltag. Prüfe, wie du Entscheidungen triffst und versuche Schritt für Schritt kleine Änderungen zu integrieren. Ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei!


Deine Lina




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